Es ist manchmal schon seltsam: eben sitzt man noch mit Gleichaltrigen im Kindergarten, genießt das Leben in Schule und Ausbildung und schlägt sich dann mit den alltäglichen Problemen auf der Arbeit herum – und plötzlich ist alles anders!
Ein Sonntag im Februar des Jahres 2010. Alles läuft wie immer. Ich sitze an meinem Schreibtisch vor dem Rechner, als meine Freundin mich fragt, wie denn meine mentale Verfassung sei. Etwas irritiert antworte ich einige Sekunden später „Gut.“ und stelle die Warum-Gegenfrage.
Als Antwort bekomme ich zu hören, dass ein Schwangerschaftstest gemacht werden soll. Nichts Ungewöhnliches, hat man das schließlich in den letzten Monaten desöfteren vollzogen.
Seltsam mutete lediglich die vorangegangene Frage an. Und der Ausruf, der wenige Minuten nach dieser Frage die sonntägliche Stille im Hause jäh zerriss: „Oh Scheiße…! BASTI! Kommst Du mal SCHNELL!!“
Mir wurde heiß und kalt.
Am Ort des Geschehens: ungläubige Blicke auf das sich langsam immer deutlicher abzeichnende Pluszeichen auf dem Schwangerschaftstest. Immer wieder wird die Anzeige auf dem Test mit dem Bild auf dem Beipackzettel verglichen…“schwanger“ lautet das unmissverständliche, geradezu ununstößliche Ergebnis. Man befindet sich irgendwo zwischen Panik und Freude. Schließlich hatte man sich bereits ausgiebig mit der Thematik befasst. Auch wenn man das Anliegen Familie dann erstmal jobbedingt auf Eis gelegt hatte. Und jetzt??
Ohne mir die Chance auf beruhigende Worte zu lassen werde ich mit 11€ in die Apotheke geschickt, um die „Mutter aller Schwangerschaftstests“ -die mit zusätzlicher Wochenanzeige- zu besorgen. So sei es.
Wieder dabeim angekommen dauert es dann qualvolle Minuten, bis sich das zweite, ebenso eindeutige Ergebnis ablesen lässt: schwanger. 2-3 Wochen liegt laut Test der Beginn dieser Schwangerschaft zurück. Angestrengtes Rechnen. Der Arzt würde dieses Ergebnis lt. Beipackzettel als 4.-5. Woche interpretieren. Na dann..
Binnen dieser Minuten wurde uns beiden schlagartig klar, dass nun einiges auf uns zukommen wird. Was ist mit dem gerade begonnenen neuen Job meiner Freundin? Wie läuft das in der Schwangerschaft? Was kosten Kinderwagen? Was, wenn es Zwillinge werden??? Fragen über Fragen. Alles was bisher geplant war (z.B. Urlaub) ist plötzlich hinfällig. Aber egal. Was tun wir jetzt??!
Also galt es, ersteinmal die zukünftigen Großeltern über das freudige Ereignis in Kenntnis zu setzen.
Im Hause meiner Schwiegeteltern in spe glaubte man zunächst an einen Scherz, da eine zuvor vom Schwiegervater zur Belustigung eingeworfene Frage “ Und, wer ist schwanger?“, von uns einstimmig mit „Wir“ beantwortet wurde. Es folgten eine lange Pause, ungläubige Blicke und zwei äußerst blasse Gesichter der Schwiegereltern. Und sackte das Herz in die Hose..-aber dann kam der Aufschrei der Freude und es wurde sofort mit einer Flasche alkoholfreiem Sekt auf das freudige Ereignis angestoßen! Die erste Hürde war genommen.
Nach Ünerbringen der freudigen Nachricht auf der einen Elternseite, musste natürlich auch noch der andere Elternteil über die freudige Nachricht informiert werden. Haken: ein Teil befand sich zu dieser Zeit in Urlaub. Also ging es zunächst auf Stippvisite zum väterlichen Teil meinerseits. Hier wurde kurzerhand erwähnt, dass es ja schade sei, dass Frau Mutter zum wiederholten Male zum völlig falschen Zeitpunkt Urlaub sei (Hintergrund ist, dass meine Schwester beim Überbringen ihrer freudigen Nachricht ebenfalls auf die Anwesenheit meiner Mutter verzichten musste). Die nun folgende Frage, wieso ich dieser Ansicht sei, wurde sofort mit dem Satz „weil sie dann garnicht erfährt, dass sie zum zweiten Mal Oma wird“ beantwortet, was wiederum zur Folge hatte, dass mein Paps blitzartig in einen Zustand freudiger Erregung versetzt wurde.;)
Wie auch im vorab geschilderten Fall wurde mit alkoholfreiem Getränk auf das Ereignis angestoßen. Im dem fehlenden Part nicht außen vor zu lassen wurde -leider an diesem Tag erfolglos- versucht, über Handy die glückliche Nachricht zu übermitteln. Einen Tag später gelang das Absetzten der Nachricht und führte zu lautstarken Freudenausbrüchen am Ende der Leitung und zu einem Beinahe-Tinnitus auf meiner Seite.;)
Was soll ich sagen? Es ist soweit, wir sind schwanger, wir werden Eltern, wir freuen uns und alle anderen freuen sich mit uns! Wir sind schon jetzt gespannt, was uns zukünftig noch alles erwarten wird.
Schon krass, wie das Leben manchmal so spielt…!